Am 14. November luden die Selbsthilfebüros des Paritätischen Hessen zusammen mit dem Selbsthilfe e.V. in Frankfurt zum 1. Virtuellen Selbsthilfetag.

 

Am Samstag, 14. November war es soweit: Die fünf Selbsthilfebüros der Paritätischen Projekte gGmbH luden gemeinsam mit dem Selbsthilfe e.V. Frankfurt zum ersten mal zu einem Selbsthilfetag im Internet. Für die Selbsthilfebüros und die Aktiven, die viel Wert auf persönliche zwischenmenschliche Kontakte legen, ein ganz neues Format.

 

Dass Selbsthilfegruppen in diesen schwierigen Zeiten vielleicht noch wichtiger sind, als zuvor, das würdigte auch Ministerpräsident Volker Bouffier, der als Schirmherr der Veranstaltung den Tag mit einer Videobotschaft und dem Wunsch eröffnete: „ich hoffe, dass Sie all die Menschen, von denen man häufig gar nicht weiß, mit welchen Herausforderungen sie sich beschäftigen müssen, weiter begleiten können“. Bei dieser Gelegenheit dankte er auch den vielen Ehrenamtlichen in Hessen, die sich in Selbsthilfegruppen umeinander kümmern und dort mitwirken.

 

Den Anfang im Programm machte ein Podiumsgespräch unter dem Motto „Selbsthilfe mal anders“. Der Einladung zum Gespräch gefolgt waren Aktive aus den Selbsthilfegruppen AA Young People Frankfurt (Anonyme Alkoholiker), der Frauenselbsthilfe nach Krebs Offenbach und aus der Gruppe „Cocaine Anonymous Darmstadt“ gefolgt. Für alle drei war klar: „Ohne persönliche Kontakte geht es auf Dauer nicht“. Gleichwohl haben alle drei Gruppen Telefon- und Videokonferenzen ins Leben gerufen, um trotz Corona Treffen zu realisieren. Ein interessanter Nebeneffekt: Inzwischen haben sich auch Menschen den Gruppen angeschlossen, die aus ganz anderen Regionen in Deutschland kommen. In Darmstadt hat man darum vor, auch „nach Corona“ mit so genannten „hybriden Treffen“ weiterzumachen.

 

Im Anschluss an das Eröffnungspodium hatten die Gäste die Möglichkeit, zwischen 18 weiteren Angeboten zu wählen. Sehr gefragt waren der Chat zum Thema Datenschutz in der virtuellen Selbsthilfe und die Information zur Selbsthilfeförderung durch die Gesetzliche Krankenversicherung. Auch die Beiträge zur Chronischen Erschöpfung nach Infekten (wie Corona), zu Gewalt und Missbrauch in narzisstischen Beziehungen und zu Chronischen Schmerzerkrankungen erfreuten sich großer Besucherzahlen. Auch Bewegung und Unterhaltung kam nicht zu kurz: So konnte man am Energy-Yoga vor dem eigenen Bildschirm teilnehmen, Uwe Hauck lud zur Lesung aus seinem Buch „Depression abzugeben“. Die Frankfurter Junge Selbsthilfe bot einen virtuellen Poetry Slam und bei Urbain N’Dakon konnte man Musik von der Elfenbeinküste lauschen.

 

Die Teilnehmer*innen konnten sich über einen Chat anonym am Programm beteiligen und ihre Erfahrungen und Fragen einbringen. Der Selbsthilfetag wurde durch einen externen Dienstleister aus der Region unterstützt, welcher das Konferenzsystem auf einem eigenen Server bereitstellte.

 

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