Zwei Tage lang wurde in Kreuzberg das Thema Armut und die Wege daraus diskutiert. Menschen mit Armutserfahrung prägten mit ihren Erfahrungen die Debatten. Oft war es ernst, aber viel gelacht wurde auch.

Es waren zwei volle Tage in der letzten Woche in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg, unweit des Halleschen Tors. Hier veranstaltete der Paritätische Gesamtverband gemeinsam mit der Diakonie Deutschland und der Nationalen Armutskonferenz den "Gipfel gegen Ungleichheit", kurz: den Armutsgipfel.

Der Auftakt gehörte den Expert*innen aus Wohlfahrt und Politik. Der Paritätische Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Rock, die Staatssekretärin Katja Mast, Manja Starke von Netzwerk #Armutswende sowie Sirkka Jendis von der Tafel Deutschland betonten aus ihren ganz eigenen Perspektiven das Problem der Armut in Deutschland und was zu tun wäre.

Der Nachmittag des ersten Tages gehörte den verschiedenen, thematischen Panels. Hier diskutierten Expert*innen aus Theorie und Praxis miteinander, also Expert*innen aus der Wissenschaft und Menschen mit praktischer Armutserfahrung.

Die Abendveranstaltung unter dem Motto "Bühne frei gegen Ungleichheit" konnte mit einem besonderen Highlight beginnen. Der Autor Mark-Uwe Kling, bekannt von seinen Känguru-Chroniken leitete den Abend humorvoll mit zwei Geschichten vom Känguru ein. Im Anschluss folgte ein Programmpunkt, den sicherlich noch viele lang in Erinnerung behalten werden: Das Legislative Theater mit Schauspieler*innen mit Armutserfahrung. Eindrucksvoll spielten Sie in den Szenen Situationen vor, die für sie als Menschen ohne Geld Alltag sind und ernteten viel Applaus in der vollbesetzten Heilig-Kreuz-Kirche. Anwesend waren auch Politiker*innen von SPD, Grüne und LINKE, die direkt zum dort Gesehenen Stellung nehmen konnten.

Den gelungenen Abschluss des Mittwochs machte die Musikerin Bernadette LaHengst, die gemeinsam mit ihrem Chor der Statistik thematisch passende Lieder rund um soziale Themen präsentierte.

Der abschließende Donnerstag startete früh um 9 Uhr. Für den Start in den Tag war diesmal die Pfarrerin der Heilig-Kreuz-Kirche, Christina Biere zuständig, die einen rhetorischen Bogen von Haus Gottes zur schlechten Wohnsituation in Deutschland zog. Nach einer Rede von Achim Meyer auf der Heyde, dem Vorsitzenden des Paritätischen Gesamtverbandes, hielt die Publizistin Carolin Emcke eine beeindruckende Keynote über den Zusammenhang von Armut und dem Aufstieg autoritärer Kräfte. Im Anschluss ging es wieder in verschiedene Workshops, bevor Michael David von der Diakonie Deutschland und die Paritätische Geschäftsführerin Katja Kipping die passenden Abschlussworte fanden.

„Am Anfang aller Vorbereitungen zum Armutsgipfel stand der Wunsch, ein Zeichen gegen Armen-Bashing zu setzen", erklärte Katja Kipping. "Ich hoffe nach den anschaulichen Berichten auch in Medien fällt es nun so manchen schwerer, abfällig über Menschen zu sprechen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind.“

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Portrait von Philipp Meinert

Philipp Meinert

Philipp Meinert verantwortet beim Paritätischen Gesamtverband den Bereich Presse und Redaktion. Für das Verbandsmagazin des Paritätischen Gesamtverbandes schreibt er Artikel und führt Interviews.

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